Weltweite Entwicklung der Emissionsvorschriften für schwere Nutzfahrzeuge / 24.01.2019

Weltweite Entwicklung der Emissionsvorschriften für schwere Nutzfahrzeuge


Meinrad Signer, msco


Die Emissionsvorschriften für schwere Nutzfahrzeuge haben sich in den letzten Jahren weltweit
an Euro VI ausgerichtet, Ausnahmen sind US/Canada und Japan. Aber auch in Kalifornien
wird eine Ausrichtung nach Euro VI in der Zukunft erwartet.

 


Quelle: ICCT

  • Indien hat Euro VI eingeführt, Bharat VI ist grösstenteils eine Kopie der europäischen Norm.

  • Brasilien hat sich, nach langer Diskussion und entgegen der Position der Hersteller, auf die vollständige Kopie von Euro VI geeinigt, Einführungsdatum 2022-2023. Ob der neue Präsident das wieder ändert, ist aber noch unklar. In Südamerika werden vermehrt Euro VI Busse (Gas und Diesel) zum Einsatz kommen, aber auch die Elektrifizierung wird sehr schnell Einzug halten. Projekte für einige Grossstädte sind aufgegleist.

  • Im Sommer 2018 hat China die Version VI verabschiedet. Diese basiert grösstenteils auf Euro VI. Es wurden aber noch zusätzliche Verschärfungen eingeführt. So wurden die Lebensdauererwartung für leichtere Nutzfahrzeuge verlängert (Emissionskonstanz), die NOx control Massnahmen und gewisse OBD Anforderungen der USA Version angepasst und erstmals ein ‘remote emission monitoring’ eingeführt. Das heisst, dass in Zukunft die Emission eines Fahrzeuges online abgefragt und überwacht werden kann. Nebst GPS und Leistungsdaten werden SCR Temperaturen, DPF Daten, NOx sensor Messwerte und so weiter an eine zentrale Stelle übermittelt.

  • Kalifornien hat Vergleichsversuche mit Euro VI optimierten Motoren gefahren und musste feststellen, dass nur die Euro VI PEMS Methode zuverlässig die effektiven Emissionen im praktischen Fahrbetrieb unter Kontrolle bringt. Die amerikanische NTE Methode (Not-To-Exceed) ist absolut unzuverlässig, speziell im Stadt- und Agglomerationseinsatz.

  • Thailand hat die Einführung von Euro VI leider nach später verschoben.

Und was passiert weiter in Europa? Was schon fast als sicher feststeht, ist die Einbindung
des Kaltstarts in die PEMS Methode mit einer ähnlichen Gewichtung wie beim WHTC Test
(World Harmonized Transient Cycle) auf dem Prüfstand. Zudem kommt mit dem nächsten
Schritt die PN Messung mit PEMS. Bezüglich Euro VII oder ähnlichem gab es erste Diskussionen
ohne eine klare Vorgehensweise. Denkbar ist eine Grenzwertabsenkung und
auch on-board-monitoring (wie China). Es wird auch eine Ausdehnung der PN Messung zu
kleineren Partikelgrössen diskutiert.


Vorerst ist aber die CO2 Hürde zu schaffen, was grosse Einflüsse auf die Antriebstechnik der
Nutzfahrzeuge haben wird. Hybridisierung und Elektrifizierung ist das Thema. Es darf mit
grosser Sicherheit angenommen werden, dass in zehn Jahren ein Grossteil der Stadtbusse
elektrifiziert sein wird. Alle Varianten sind angesprochen wie Trolleybus, Batterieelektrische
Busse und Brennstoffzellenbusse. Meines Erachtens ist die Versorgung mit Elektrizität aber
noch nicht gelöst, es soll nicht (wie in anderen Ländern bereits vollzogen) im Hinterhof mit
einem Dieselgenerator die notwendige elektrische Leistung erzeugt werden…


14.01.19; SSM-Information Nr. 17

 

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